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Einleitung
Das Naherholungsgebiet "Nessenreben" hinter dem Freibad Weingarten besteht vor allem aus dem ehemaligen Hofgut "Nessenreben" der Benediktinerabtei Weingarten. Das sogenannte Schlösschen wurde durch Abt Johann Hablizel (1567-1575) erbaut, der 1573 am ehemaligen nordwestlichen Hauptportal sein Wappenrelief anbringen ließ. 1523 hatte sein Vorgänger Abt Gerwig Blarer den ehemaligen Lehenshof in die Eigenbewirtschaftung des Klosters genommen, um dort zu Repräsentationszwecken edle Pferde zu züchten. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Nessenreben zu einer Kur- und Erholungsstätte für die Mönche des Klosters ausgebaut und als Sommersitz der Äbte genutzt. Das Gehöft war früher mit Herrenhaus (Schlösschen) und zwei mächtigen, teilweise barock bemalten Stallungen parkartig angelegt.
Sieben symmetrisch angelegte Teiche, vom Wasser des nahen "Stillen Baches" gespeist, umgaben die Hofgebäude. Am Waldrand befand sich ehemals ein Spital, in dem für die Mönche medizinische Maßnahmen ausgeübt wurden, vor allem aber der Aderlaß.
Heute nutzen viele Bürgerinnen und Bürger aus Weingarten und aus dem Umland das Naherholungsgebiet "Nessenreben", um Spaziergänge entlang des "Stillen Baches" zu unternehmen, der sich nur wenige Schritte hinter dem Hofgut "Nessenreben" befindet. Der "Stille Bach" ist ein Bewässerungssystem, welches von Mönchen Ende des elften Jahrhunderts bis zum Beginn des zwölften Jahrhunderts angelegt wurde, um die umliegenden Wiesen zu bewässern. Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert diente der Stille Bach zusätzlich zur Energiegewinnung für die umliegenden Werkstätten und Fabriken.
Auch die nahe gelegene Grillstelle mit Kinderspielplatz ist ein beliebter Treffpunkt von Familien und Vereinen.
Ausgangssituation/Projektziel
Nach dem Abzug der Soldaten aus Weingarten, die das Gebiet "Nessenreben" jahrelang als Standortübungsplatz genutzt hatten, lud die Stadtverwaltung Weingarten die Bürger der Stadt im März 2000 zu einer Informationsveranstaltung ein, um gemeinsam über die Zukunft von "Nessenreben", vor allem über die Nutzung des gesamtes Hofareals, nachzudenken. Das Hofgut befindet sich im Besitz des Landes Baden-Württemberg und ist von der Stadtverwaltung Weingarten gepachtet. Auf Grund des regen Interesses der Bürger an der weiteren Nutzung des Hofgutes wurde der Arbeitskreis „Nessenreben“ gegründet.
Ergebnisse
Von den Bürgern wurden im Laufe der Zeit für das gesamte Gebiet rund um das Hofgut in Nessenreben folgende Vorschläge eingereicht:
Für das Wohnhaus:
- Einrichtung einer Jugendherberge
- Gründung eines Kulturzentrums
- Einrichtung einer Altenbegegnungsstätte
- Nutzung als Belegungshaus für Jugendgruppen
Für die Stallungen und die Scheune:
- Nutzung für Hochzeiten, Jubiläums- und Vereinsfeste
- Ersatzräume für Vereine
- Nutzung als Ausflugsgaststätte
Für das gesamte Hofgut:
- Einrichtung einer Kinder- und Jugendfarm
- Gründung eines Gesundheitszentrums
- Einrichtung einer Werkstatt für Behinderte (Schaffung von Arbeitsplätzen)
Für das Außengelände:
- Trainingsgelände für die Interessengemeinschaft „Mountainbike“
- Anpflanzen von traditionellen „Hochzeitsbäumen“
- Einrichtung eines Jugendzeltplatzes
Bis zur endgültigen Klärung der Nutzung werden jetzt einzelne Bausteine umgesetzt:
- Das Wohnhaus wurde vermietet.
- In der Scheune findet in den Sommermonaten in regelmäßigen Abständen ein Puppentheater mit einer Bewirtung für Wanderer, Jogger und Radfahrer statt.
- Das Außengelände wurde an die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg, Stamm Welfen, übergeben, mit dem Ziel, einen Jugendzeltplatz anzubieten. Dazu wurden Toiletten und Duschen neu geschaffen.
Ziel ist es, das Hofgut "Nessenreben" wieder aktiv in das Bewusstsein der Bürger zu bringen. Ferner will der Arbeitskreis an einer endgültigen Lösung weiter mitarbeiten.
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