Klimapartnerschaft Weingarten-Blumenau: Klimaschutz: Kommunen können viel bewegen

Rund 120 Teilnehmer, darunter Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landräte und weitere Vertreter/-innen deutscher und lateinamerikanischer Kommunen trafen sich zum Internationalen Abschlussworkshop des Projektes "50 Kommunale Klimapartnerschaften bis 2015" vom 21.-23. November in Karlsruhe. Auch Vertreter/-innen aus Weingarten und Blumenau präsentierten das von beiden Städten erarbeitete Handlungsprogramm.

Die Vertreter/-innen aus Weingarten und Blumenau vor dem Poster ihrer Klimapartnerschaft. v.l.: Marcelo Schrubbe, BM Alexander Geiger, Marga Fischer, OB Markus Ewald, Marion Erne, Sylvio Zimmermann Neto und Mauricio Pozzobon

Was Kommunen bewegen können, wurde den Teilnehmern bereits am ersten Veranstaltungstag bewusst, als Akteure aus den einzelnen Teams ihre Aktivitäten zu den letzten zwei Jahren vorstellten. Die Themenschwerpunkte lagen bei Nachhaltigkeit, Schonung von Ressourcen, Nutzung erneuerbarer Energien, Wassermanagement sowie  der Abfallwirtschaft. Konkrete Projekte zeigten, wie unter anderem auch in kleinen Schritten vor Ort geholfen werden kann. Die gemeinsam erarbeiteten Handlungsprogramme weisen sehr viel Potential auf und unterstreichen wie sinnvoll solche Initiativen und Projekte sein können. Es wird an der Basis und auf Augenhöhe miteinander kommuniziert, um den Klimaschutz voranzubringen. Weingarten möchte zum Beispiel ermöglichen, dass in Blumenau eine Energieagentur entsteht, nach dem Vorbild der Ravensburger Energieagentur. Geschäftsführer Walter Göppel unterstützt dieses Vorhaben ausdrücklich. Ein weiteres Projekt, das möglicherweise im nächsten Jahr angestoßen werden soll, erfolgt in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Weingarten und der Blumenauer Universität FURB. Grundlage hierfür sind die von Prof. Dr. Andreas Schwab mit Studierenden der PH Weingarten entwickelten Klimastudien. Diese zeigen auf, wie in der Nacht durch physikalische Gegebenheiten Kaltluftströmungen zur Abkühlung von Wärmeinseln innerhalb einer Stadt genutzt werden können. Zunächst soll mit Hilfe von Messungen ermittelt werden, ob das Phänomen auch in Blumenau auftritt. Dieses Wissen wird schon seit längerem in Weingarten genutzt und könnte auch in Blumenau ein wichtiges Kriterium für die zukünftige Stadtentwicklung sein. Über die Grenzen der Klimapartnerschaften hinweg gab es außerdem einen regen fachlichen Austausch zu übergreifenden Themen wie Bildung für nachhaltige Entwicklung, Verankerung der Klimapartnerschaften in den Kommunen sowie Klimawandel und Konflikte. Bei einem Empfang der Stadt Karlsruhe dankte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup den kommunalen Akteuren für Engagement und Entschlossenheit: „Unsere Aufgabe ist es, die Menschen für den Klimaschutz zu gewinnen. Nur dann hat die nationale und internationale Klimapolitik Aussicht auf Erfolg.“ Zur Bekräftigung dieser Forderung stimmten alle Anwesenden zum Abschluss des dreitägigen Treffens der "Karlsruher Erklärung" zu, die von Akteuren aus dem  Teilnehmerkreis erarbeitet wurde. In dieser verpflichten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Klimapartnerschaften, dass sie zu ihren angestrebten Zielen im Handlungsprogramm stehen. Die Kommunen wollen einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten, fordern aber auch Bund und Land auf, die dafür notwendigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Gerade für die Umsetzung solcher Aktivitäten sind die Projektträger der lateinamerikanischen Kommunen auf Unterstützung angewiesen. In diesem Zusammenhang wird speziell vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Förderprogramm "Nakopa" (Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte) angeboten.

(Erstellt am 08. Dezember 2016)
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