Machbarkeitsstudie vorgestellt: Stadt investiert in ihre Schulen

Gleich mehrere große Schulbauprojekte stehen der Stadt Weingarten ins Haus: Neubauten für die Grundschule Talschule, die Werkrealschule und das SBBZ Schussentalschule sowie eine umfassende Gebäudesanierung für Realschule und Gymnasium. So sieht es eine Machbarkeitsstudie zur Schulentwicklung vor, die am 19. November 2018 im Gemeinderat erstmals öffentlich vorgestellt wurde.

Schulen
Die Realschule wird umfassend saniert. (Bild: Schuh)

Die vom Stuttgarter Planungsbüro K+H Architekten in Zusammenarbeit mit den Schulbehörden des Landes, der örtlichen Schulen, Vertretern der Elternschaft und der Stadt erstellte Studie zeichnet für die städtischen Schulen (mit Ausnahme der bereits sanierten Schule am Martinsberg) in den kommenden Jahren einen Investitionsbedarf von rund 50 Millionen Euro auf, davon 38 Millionen städtischer Eigenanteil. Hauptausschlaggebend dafür sind die in die Jahre gekommene Bausubstanz vieler Schulgebäude sowie ein gestiegener Raumbedarf einzelner Schulen.
 
Weitgehender Neubau der Grundschule Talschule
 
Am schwierigsten stellt sich die bauliche Situation im Bereich der Talschule dar. Sämtliche aus den 1950er und 1960er Jahren stammenden Gebäude können nach Bewertung der Gutachter entweder technisch oder wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll auf heutige Standards nachgerüstet werden. Sie sollen kurz- bis mittelfristig abgerissen werden. Anstelle der bisherigen Gebäude C und E soll unter Einbeziehung des Ganztagsgebäudes D und der beiden Sporthallen B und F eine neue 4-5-zügige Grundschule entstehen.
 
Verlegung von Werkrealschule und SBBZ in das Schulzentrum
 
Auch die bislang am Standort Talschule beheimatete Werkrealschule sowie das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ Schussentalschule) sollen nach dem Willen der Stadt mit ihren spezialisierten Bildungsangeboten erhalten bleiben. Hier folgt die Studie jedoch der Empfehlung des Regierungspräsidiums, den erforderlichen Ersatzneubau in das benachbarte Schulzentrum an der Brechenmacherstraße zu verlagern. Ausgenommen hiervon bleibt die Grundstufe des SBBZ. Sie soll im altersgerechten Umfeld der Grundschule Talschule verortet bleiben. Durch die Konzentration aller weiterführenden Schulen hofft die Stadt, auf mögliche Änderungen in der Bildungslandschaft (Ausbau der Inklusion, Einführung eines 2-gliedrigen Schulsystems, u.a.) künftig flexibler reagieren zu können. Der Neubau für Werkrealschule und SBBZ ist südlich des bestehenden Solitärgebäudes der Realschule vorgesehen.
 
Bauliche Aufwertung von Realschule und Gymnasium orientiert am Bestand
 
Auch die Altbausubstanz des Mitte der 1970er Jahre emporgewachsenen Schulzentrums verlangt eine grundlegende Sanierung. Um die gestiegenen Anforderungen an das Raumprogramm auch im Altbaubestand erfüllen zu können, sollen für Realschule und Gymnasium neben einer energetischen, technischen und brandschutzrechtlichen Ertüchtigung auch weitere Flächen erschlossen werden. Im Bereich der Realschule stehen dafür bislang nicht genutzte Flächen im UG bereit. Für das Gymnasium empfiehlt der Planer die Einbindung der Räume der Stadtmusik, für die dann eine Verlagerung an eine andere Stelle zu prüfen wäre.
 
Keine Behelfsbauten erforderlich
 
Durch den vorübergehenden Erhalt des Rektorats- und Fachraumgebäudes A sowie der Pavillons G, H und I der Talschule ist die Stadt nach Berechnungen der Planer in der Lage, während der jeweiligen Bauphasen ohne Behelfsbauten oder Containerlösungen auszukommen. Die genannten Gebäude sollen erst nach Abschluss des Gesamtprojekts abgerissen werden.

Start der Öffentlichkeitsbeteiligung
 
Nach einer intensiven Vorbereitungsphase des planenden Büros in Abstimmung mit den Schulbehörden des Landes, den örtlichen Schulen, Vertreter der Elternschaft sowie der Stadt ist mit der Präsentation im Gemeinderat am 19. November 2018 nun Startschuss für die Beteiligung der Öffentlichkeit gefallen. Das Verfahren sieht neben der Anhörung der Schulgremien und der Nachbarkommunen auch eine öffentliche Informationsveranstaltung vor. Diese soll Anfang kommenden Jahres im Kultur- und Kongresszentrum stattfinden. Die im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung eingehenden Anregungen fließen in die öffentliche Beratung und Beschlussfassung des Gemeinderats zur Machbarkeitsstudie ein, die für das erste Quartal 2019 geplant ist.
 
Für die Stadt Weingarten stellt die Realisierung des vorgeschlagenen Maßnahmenpakets die größte Investitionsmaßnahme ihrer bisherigen Geschichte dar. Allein schon aus Gründen der Finanzierungbarkeit wird sich die bauliche Umsetzung jedoch über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren erstrecken.

Die Grafik zeigt die geplanten Bauphasen im Überblick. 1: Neubau Werkrealschule und SBBZ; 2: Neubau Talschule; 3: Sanierung von Realschule und Gymnasium; 4: Abriss der Altgebäude A, G, H, I Talschule (Grafik: Planungsbüro K+H Architekten)
(Erstellt am 29. November 2018)
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