Bauhöfe der Städte Weingarten und Ravensburg rücken näher zusammen

In einer gemeinsamen Sitzung am 26. April 2021 haben die Räte der beiden Städte Weingarten und Ravensburg einer Fusion der Baubetriebshöfe im Grundsatz zugestimmt. Damit sollen die städtischen Bau- und Betriebshöfe für die Zukunft aufgestellt und die kommunale Daseinsfürsorge vor dem Hintergrund aktueller und künftiger Herausforderungen nachhaltig sichergestellt werden.

Historische Sitzung der beiden Räte am 26. April 2021 im KuKO

Fahrzeuge, die teilweise nur zwölf Tage im Jahr genutzt werden, Räummaschinen, die im Winter an der Stadtgrenze haltmachen, die Unterhaltung von kostspieligen Doppelstrukturen – die enge räumliche Verbundenheit der beiden Städte Weingarten und Ravensburg sowie die wachsenden Herausforderungen mit denen beide Städte schon heute konfrontiert sind, legen Gedankenspiele hinsichtlich einer künftig engeren Zusammenarbeit beider städtischen Bau- und Betriebshöfe nahe. Bereits Mitte 2018 hatten beide Gremien daher den Verwaltungen den Arbeitsauftrag erteilt, eine engere Kooperation zu untersuchen und ein denkbares Konzept vorzustellen.
 
Dass die anfänglichen Ideen auf einer soliden Grundlage fußen, dies bewies eindrücklich die Präsentation der nun fertigen Machbarkeitsstudie, die am vergangenen Montag beiden Gremien im Rahmen einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung im Kultur- und Kongresszentrum präsentiert wurde. Ausführlich stellte Dr. Jakob Breer vom Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management GmbH Ahlen (INFA) zunächst die Ist-Situation beider Bauhöfe dar, erläuterte die verschiedenen Optionen einer künftigen Zusammenarbeit und bewertete diese unter finanziellen und nicht-finanziellen Aspekten. So erscheint die räumliche und organisatorische Fusion beider Bauhöfe an einem zentralen Standort als langfristig beste Möglichkeit der Zusammenarbeit. Bis dahin bedarf es, laut Breer, allerdings noch eines mehrjährigen, schrittweisen Prozesses: So müssen in einem ersten Schritt die bislang autarken Ravensburger Ortsbauhöfe in den dortigen Betriebshof integriert werden, gefolgt von der organisatorischen Fusion beider Bauhöfe an – zunächst – zwei Standorten. Der Vollzug des räumlichen Zusammenschlusses an einem gemeinsamen zentralen Standort wäre der dritte, finale Prozessabschnitt der Handlungsempfehlung.
 
Beide Oberbürgermeister begrüßten die Empfehlungen als künftigen Quantensprung der interkommunalen Zusammenarbeit, betonten allerdings auch – vor dem Hintergrund der bereits erfolgten, teils voreiligen medialen Berichterstattung – dass es noch vieler gemeinsamer Abstimmungs- und Beschlussschlaufen, unter Einbeziehung der über 150 Bauhofmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, bedarf. Nach einer lebhaften und diskussionsstarken Fraktionsrunde stimmten die Räte beider Städte mehrheitlich dem Grundsatzbeschluss zu und ebneten somit den Weg für weitere notwendige Untersuchungsschritte

(Erstellt am 28. April 2021)
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